Über das Projekt

Im Dezember 2016 startete der Leibniz-Forschungsverbund "Lebensmittel und Ernährung" das Vorhaben "Protein Paradoxes: Protein Supply under the Conditions of Climate Change – Production, Consumption and Human Health". Das von der Leibniz-Gemeinschaft geförderte Projekt erforscht nachhaltige Proteinversorgungsstrategien der Zukunft - insbesondere im Hinblick auf eine wachsende Weltbevölkerung und auf die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels.

Eine nachhaltige, ressourcenschonende, effiziente, ethische und gesunde Lebens- und Futtermittelproduktion ist eine der größten ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Viele Aspekte, z.B. Erzeugung, Verwendung, Sicherheit und Qualität werden wissenschaftlich und politisch kontrovers diskutiert, darunter auch das Thema “Proteine in der Nahrung”.

So ist z.B. die Nutztierhaltung einerseits Verursacher von Treibhausgasen, andererseits sind nur Wiederkäuer in der Lage, bestimmte Pflanzenbestandteile, z.B. Cellulose und Lignin, in für den Menschen verwertbares Protein umzuwandeln. Weitere Aspekte berühren scheinbare unauflösbare Widersprüche zwischen

- Nahrungsmittelsicherheit von Proteinen unter den Bedingungen des Klimawandels,

- Aspekten der Ernährung und der Gesundheit sowie Konsumentenpräferenzen für Nahrungsmittel auf Proteinbasis und

- intelligenter Proteinproduktion und funktionellen Lebensmitteln.

Das Projekt unterstützt den Aufbau eines themenspezifischen Forums für einen disziplinübergreifenden Diskurs. NachwuchswissenschaftlerInnen und PostDocs aus unterschiedlichen Disziplinen wird ein Austausch ermöglicht. Sie sollen ihre Kompetenzen bündeln und gemeinsam Themen identifizieren, Fragestellungen spezifizieren, Methoden und Forschungsansätze entwickeln, die ihre disziplinären Fachlichkeiten, ihre jeweiligen Problemverständnisse und Lösungsansätze innovativ verbinden.

Unter der übergeordneten Zielsetzung, „Nachhaltige Proteinproduktion und hochwertige Proteinversorgung als Bestandteil einer gesunden Ernährung“ möchte das Projekt einen Beitrag zum allgemeinen Verständnis der weltweiten Proteinproduktion für Futter- und Nahrungsmittel leisten, sowie Empfehlungen für nachhaltige "Proteinproduktionssysteme" erarbeiten; Erkenntnisse generieren hinsichtlich  einer altersgerechten Proteinzufuhr im Zusammenhang mit gesundem Altern, z.B. durch den Entwurf einer "Proteinnahrungspyramide"; intelligente Proteinproduktionssysteme evaluieren, sowie zu Entwicklung neuer, innovativer Konzepte und Technologien in der Proteinproduktion und –versorgung beitragen, u.a. im Bereich proteinreicher Funktionsnahrung; themenbezogene NachwuchswissenschaftlerInnen-Netzwerke etablieren, um so die inter- und transdisziplinären Fähigkeiten künftiger Wissenschaftsgenerationen  zu unterstützen.

Über den inhaltlichen Fachaustausch soll Mehrwert geschaffen werden, z.B. in Form einer wissenschaftlichen Community „Proteinforschung“. Gemeinsame Positionen und Publikationen zu Fragen einer nachhaltigen und ressourceneffizienten Proteinproduktion, des Proteinkonsums und damit verbundenen gesundheitlichen Aspekten sollen zudem politischen EntscheidungsträgerInnen, VertreterInnen aus Industrie und Gesellschaft, sowie WissenschaftlerInnen theoretische und empirische Grundlagen zur gesamten Proteinwertschöpfungskette liefern.

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